Scratch ist eine visuelle, blockbasierte Programmiersprache, die vom MIT Media Lab speziell für Kinder und Jugendliche entwickelt wurde. Statt Code zu tippen, setzen Lernende bunte Befehlsblöcke per Drag-and-Drop zusammen – so entstehen eigene Spiele, Animationen und interaktive Geschichten.
Scratch wurde 2007 von der Lifelong Kindergarten Group am MIT Media Lab unter der Leitung von Mitchel Resnick veröffentlicht. Das Ziel: Programmieren so zugänglich machen wie das Bauen mit LEGO-Steinen. Seitdem hat sich Scratch zum weltweiten Standard für den Einstieg in die Informatik entwickelt. Es wird in Schulen von Finnland bis Japan eingesetzt und zählt über 100 Millionen registrierte Nutzer.
Die Idee hinter Scratch ist einfach: Kinder sollen nicht nur Konsumenten von Technologie sein, sondern Gestalter. Statt fertige Apps zu spielen, programmieren sie ihre eigenen. Statt Videos anzusehen, erstellen sie ihre eigenen Animationen. Scratch senkt die Einstiegshürde fast auf null – die einzige Voraussetzung ist, dass das Kind lesen kann.
Scratch arbeitet mit farbigen Befehlsblöcken, die wie Puzzleteile zusammenpassen. Jede Farbe steht für eine Kategorie:
Ein Scratch-Projekt besteht aus Sprites – den handelnden Figuren – und einer Bühne, dem Hintergrund. Jedes Sprite hat seine eigenen Skripte, Kostüme und Klänge. Dadurch können mehrere Figuren parallel agieren. Dieses Konzept heißt in traditionellen Sprachen Nebenläufigkeit und taucht normalerweise erst in fortgeschrittenen Kursen auf. Bei Scratch lernen Kinder es intuitiv ab der ersten Stunde.
Hinter der bunten Oberfläche stecken dieselben Konzepte wie in professionellen Programmiersprachen:
Darüber hinaus fördert Scratch Kompetenzen, die weit über das Programmieren hinausgehen: logisches Denken, Problemzerlegung, Debugging als natürlicher Lernprozess, Kreativität beim Entwerfen von Spielen und das Präsentieren eigener Ideen.
Die Bandbreite ist groß – Scratch ist kein Spielzeug, sondern ein ernsthafter Werkzeugkasten für Kreative:
Scratch ist ein idealer Einstieg, aber irgendwann stoßen fortgeschrittene Lernende an Grenzen. Typische Signale, dass es Zeit für eine Textsprache wie Python ist:
Wir empfehlen den Umstieg typischerweise ab etwa 10–11 Jahren und nach rund 50–80 Stunden Scratch-Erfahrung. Python ist dann der logische nächste Schritt. Die in Scratch gelernten Konzepte – Schleifen, Bedingungen, Variablen – lassen sich direkt übertragen, nur die Schreibweise ändert sich.
ScratchJr ist die jüngere Schwester von Scratch, speziell für Kinder im Alter von 5 bis 7 Jahren. Die wichtigsten Unterschiede:
Der Umstieg von ScratchJr auf Scratch erfolgt typischerweise mit 7–8 Jahren, sobald das Kind sicher lesen kann.
Scratch ist für Kinder ab etwa 7 Jahren geeignet – die einzige Voraussetzung ist, dass das Kind lesen kann. Für jüngere Kinder zwischen 5 und 7 Jahren empfehlen wir ScratchJr, eine vereinfachte Tablet-Version. Die obere Altersgrenze liegt etwa bei 15–16 Jahren, danach sollten Jugendliche auf Textsprachen wie Python umsteigen.
Nein. Scratch ist bewusst so gestaltet, dass Kinder ohne jegliche Programmiererfahrung sofort loslegen können. Die bunten Blöcke zeigen durch ihre Form, welche zusammenpassen. Bereits in den ersten Minuten entstehen erste sichtbare Ergebnisse – eine Katze, die sich bewegt, oder ein Ton, der abgespielt wird.
Ja, Scratch ist komplett kostenlos und werbefrei. Man kann direkt im Browser unter scratch.mit.edu arbeiten oder die Offline-Version auf Windows, macOS oder ChromeOS herunterladen. Es gibt keine Premium-Features, keine In-App-Käufe und keine Abo-Modelle. Scratch wird von gemeinnützigen Spenden und der Scratch Foundation finanziert.
Scratch 3.0 läuft in jedem modernen Browser (Chrome, Firefox, Edge, Safari) und ist daher mit Windows-PCs, Macs, Chromebooks und Linux-Rechnern kompatibel. Auf Tablets funktioniert Scratch ebenfalls, empfohlen wird aber ein Gerät mit Tastatur und Maus für längere Sessions. Für Smartphones ist Scratch nicht optimiert.
Bereits in der ersten Unterrichtsstunde entstehen kleine interaktive Projekte. Ein einfaches Spiel wie „Katze fängt Maus" lässt sich in 2–3 Stunden erstellen. Ein komplexeres Spiel mit mehreren Leveln, Punktestand und Animationen benötigt etwa 10–20 Stunden. Unsere Kurse sind so aufgebaut, dass jedes Kind am Ende jeder Einheit ein fertiges Ergebnis mit nach Hause nimmt.
Ein Umstieg auf Python ist sinnvoll, sobald Scratch-Projekte unübersichtlich werden (mehrere hundert Blöcke), das Kind Interesse an Textsprachen zeigt oder komplexere Datenstrukturen wie Dictionaries benötigt werden. Typischerweise geschieht das zwischen 10 und 12 Jahren. Die Konzepte aus Scratch – Schleifen, Bedingungen, Variablen – übertragen sich direkt auf Python.
Ja. Scratch unterstützt über Erweiterungen Hardware wie micro:bit, LEGO Education WeDo 2.0 und LEGO Mindstorms EV3. Damit steuern Kinder echte Motoren, lesen Sensoren aus und bauen physische Projekte. Viele unserer Robotik-Kurse nutzen Scratch als Programmieroberfläche, bevor fortgeschrittene Schüler auf Python oder C++ umsteigen.
Wir setzen Scratch in mehreren Programmen ein – vom Einstiegskurs für 5-jährige bis zum intensiven Game-Design-Camp in den Sommerferien. Hier unsere aktuellen Angebote mit Scratch:
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